Bei den Buschmann in der Kalahari/Namibia

Bei den Buschmann
der Kalahari

Tonaufnahmen

Die folgenden Aufnahmen entstanden bei unserem Besuch im Februar 2012. Sie wurden mit einem einfachen Diktiergerät mitgeschnitten:

1. Das Sprechen mit dem Feuerkind

In dem Bericht Der Tag, an dem wir den Springhasen fingen habe ich kurz das Feuermachen mit dem Handbohrer beschrieben. Dabei wird ein stehender Stock in der Mulde eines liegenden gerieben. Die Buschleute verstehen den ersteren als Penis, den letzteren als Vagina. Als sie mir bei anderer Gelegenheit die Aufgabe stellten, mein eigenes Feuerset anzufertigen, sagten sie kurzerhand, daß ich dafür einen Mann und eine Frau bräuchte. Beide sind erforderlich, um das Feuerkind, das heißt die abgeriebene Glut, zu zeugen. Während sie die Spindel mit der Hand antreiben, feuern sie das werdende Kind mit Worten an. Sie 'rufen' das Feuer hervor. Die genaue Bedeutung ihrer Laute erklärten sie danach so: Zum einen würden sie dem Schöpfer danken, daß er ihnen das Feuer schenkt. Außerdem bitten sie den glühenden Abrieb, in der Kerbe der Mulde nieder zu rieseln. Wörtlich würden sie 'Fall! Fall!' rufen.

Das Sprechen mit dem Feuerkind (mp3, 1:00 min)

2. Klicksprache

Die Buschleute sind nicht zuletzt für ihre uralte Klicksprache bekannt, in der verschiedene Klick- und Schnalzlaute vorkommen. In dem folgenden Beispiel erzählen Koma und Komtsa den Beginn der Geschichte Frauen und Männer. Der Ausschnitt endet mit Hornbeels Frage an ihren Mann, wo er den bleiben wolle, wenn Regen aufzieht.

Klicksprache, aus 'Frauen und Männer' (mp3, 0:50 min)

3. Elefantentanz

Mit diesen Gesängen unterstützt die Gemeinschaft den Heiler, der sich in Trance tanzt. Dadurch reist er in die Anderswelt, wo die Heilung stattfindet. Gesang und Tanz können die ganze Nacht dauern. Die beiden Hörproben stammen aus unterschiedlichen Phasen des Heilrituals.

Elefantentanz I (mp3, 2:30 min)
Elefantentanz II (mp3, 1:50 min)

4. Giraffentanz

Die Erlegung einer Giraffe bedeutete eine Fülle an Nahrung für die Gemeinschaft. In der alten Zeit feierten die Ju/'Hoansi dieses Ereignis, indem sie das Giraffenlied sangen, während die Jäger tanzten. Um den Körper einer Giraffe darzustellen, tun sich die Jäger jeweils zu dritt oder viert zusammen. Sie ahmen die Bewegungen und das Verhalten des Tieres nach, um an sein Leben zu erinnern und es wertzuschätzen. Der Tanz ist immer noch lebendig, obwohl die Jagd auf Giraffen heute verboten ist.

Giraffentanz (mp3, 3:10 min)

5. Nashorntanz

Die Jagd auf das Nashorn galt als gefährlich. Wenn die Jäger Erfolg hatten, zogen sie danach in das Dorf ein, indem sie dieses Lied sangen und tanzten. Hiermit dankten sie für das Nashorn und ihre eigene Unversehrtheit. Ähnlich wie beim Giraffentanz ahmen die Buschleute das Nashorn dabei nach – so ist gegen Ende der Aufnahme das typische Schnaufen des Nashorns zu hören. Heutzutage ist dieses mächtige Tier vom Aussterben bedroht, so daß es in Namibia nicht mehr gejagt werden darf.

Kurz nachdem der Ausschnitt beginnt, ist inmitten des Gesanges eine sprechende Buschfrau zu hören. Sie fordert uns weiße Männer auf, am Tanz teilzunehmen und es den Buschmännern gleich zu tun. Das löste unter uns Gästen eine Diskussion aus, von der darauf ebenfalls ein Teil zu hören ist. Schließlich haben ein paar von uns doch mitgemacht...

Nashorntanz (mp3, 2:40 min)

Tonaufnahmen